Wenn mir Frauen nach ihrem Shooting erzählen, was am schwersten war, sagen sie selten: das Posieren. Oder: die Kamera. Meistens sagen sie: die Stunden davor.
Der Abend, an dem die Outfits auf dem Bett liegen und man sich fragt, ob man das wirklich macht. Die Nacht, in der man schlechter schläft als sonst. Der Morgen, an dem der Kaffee nicht so recht schmecken will. Und die Fahrt, auf der man kurz überlegt, einfach umzudrehen.
Wenn du dich darin wiedererkennst: Das ist völlig normal. Herzklopfen vor einem Boudoir-Shooting ist kein Zeichen dafür, dass du es nicht kannst. Es ist ein Zeichen dafür, dass dir etwas wichtig ist.
Hier erzähle ich dir, wie du diese Stunden gut erlebst – und was in der Zeit bei mir im Studio passiert.
Der Abend davor: packen, ablegen, loslassen
Leg deine Outfits am Abend vorher bereit, am besten auf Bügeln in einer Kleiderhülle. Dann knittert nichts, und du musst am Morgen nicht mehr suchen. Pack auch die kleinen Dinge ein: Schmuck, Strümpfe, deinen Lieblingslippenstift zum Nachlegen. Was du am Ende wirklich anziehst, entscheiden wir ohnehin gemeinsam – lieber ein Teil zu viel als eines zu wenig.
Und dann: Lass es gut sein. Der Abend vor dem Shooting ist nicht der richtige Moment für Experimente. Keine neue Gesichtsmaske, kein Selbstbräuner, kein neues Peeling. Deine Haut soll sich morgen so anfühlen wie immer.
Trink viel Wasser, iss etwas Leichtes und lass den Wein heute stehen. Geh früh ins Bett, auch wenn du vielleicht nicht sofort einschläfst. Das macht nichts. Selbst wenn die Nacht unruhig ist, wirst du morgen nicht müde aussehen – dafür sorgen Licht, Make-up und die Aufregung von ganz allein.
Ein kleiner Tipp, den ich gern weitergebe: Schreib dir vor dem Einschlafen in zwei, drei Sätzen auf, warum du dieses Shooting machst. Für dich, für dein Selbstbild, für einen Meilenstein, für jemanden, den du liebst. Diesen Zettel nimmst du morgen mit. Du wirst ihn vermutlich nicht brauchen. Aber es ist schön, ihn dabei zu haben.
Der Morgen: langsam statt perfekt
Plane den Morgen großzügig. Nichts macht nervöser als Zeitdruck.
Frühstücke etwas Leichtes – mit leerem Magen ist man unruhiger, mit zu vollem fühlt man sich schwer. Dusch in Ruhe und creme dich ein. Wenn du Make-up und Haarstyling bei mir gebucht hast, kommst du ungeschminkt und mit frisch gewaschenen, trockenen, ungestylten Haaren. Wenn du dich selbst schminkst, nimm dir dafür mehr Zeit als im Alltag.
Zieh für die Fahrt weite, bequeme Kleidung an – am besten ohne BH, ohne enge Bündchen und mit lockeren Socken. So entstehen keine Abdrücke auf der Haut, und du fühlst dich nicht eingeengt.
Und vielleicht das Wichtigste: Leg das Handy weg. Scroll heute nicht durch Instagram und vergleich dich nicht mit Bildern fremder Frauen. Du wirst heute nicht wie jemand anderes fotografiert. Du wirst fotografiert, wie du bist. Genau das ist der Sinn.
Die Fahrt: ankommen beginnt unterwegs
Viele Frauen fahren zum ersten Mal nach Laberweinting – wie du am besten herkommst, habe ich in meinem Anfahrts-Artikel zusammengefasst. Die letzten Kilometer führen durch Felder und kleine Orte, und ich höre oft, dass genau diese Strecke beim Runterkommen hilft. Mach dir Musik an, die dir guttut. Fahr lieber eine Viertelstunde früher los, damit du unterwegs keinen Blick auf die Uhr werfen musst.
Wenn dir Begleitung Sicherheit gibt, bring sie mit. Eine Freundin, deine Partnerin oder deinen Partner – bei mir ist das jederzeit willkommen. Manche Frauen genießen es, die Begleitung nach dem Ankommen auf einen Spaziergang zu schicken. Andere möchten sie die ganze Zeit dabeihaben. Beides ist richtig.
Und falls dir im Auto plötzlich der Gedanke kommt, umzudrehen: Lass ihn kurz da sein. Fast jede Frau hat ihn. Und fast jede sagt mir hinterher, wie froh sie ist, weitergefahren zu sein.
Was ich in dieser Zeit mache
Während du dich vorbereitest, bereite ich das Studio für dich vor. Ich sorge dafür, dass es angenehm warm ist, denn wer friert, kann sich nicht entspannen. Ich richte das Licht ein, damit wir nicht erst lange aufbauen müssen, wenn du da bist. Der Morgenmantel liegt bereit, Wasser und Tee stehen auf dem Tisch, und leise Musik läuft.
Ich gehe noch einmal durch, was wir im Vorgespräch besprochen haben: deine Wünsche, deine Lieblingsstellen an dir, die Bereiche, die du lieber nicht im Bild haben möchtest, und deine Grenzen. Nichts davon musst du mir heute noch einmal erklären.
Und ehrlich gesagt: Ein bisschen aufgeregt bin ich vor jedem Shooting auch. Nicht, weil ich unsicher bin, sondern weil ich weiß, dass dieser Tag für dich etwas Besonderes ist. Und weil ich möchte, dass du am Ende nach Hause fährst und denkst: Das war gut, dass ich mich getraut habe.
Die ersten Minuten im Studio
Wenn du ankommst, fotografieren wir nicht sofort. Erst gibt es einen Tee, einen Kaffee oder ein Glas Wasser. Ich zeige dir das Studio und den abschließbaren Raum, in dem du dich umziehst. Wir schauen uns gemeinsam deine Outfits an und überlegen, womit wir anfangen.
Wir sprechen auch noch einmal kurz über deine Grenzen – nicht, weil ich sie vergessen hätte, sondern weil du sie heute anders empfinden darfst als im Vorgespräch. Was du vor zwei Wochen noch zeigen wolltest, darfst du heute weglassen. Und umgekehrt.
Wenn du Make-up und Haar gebucht hast, ist das der Moment, in dem du einfach sitzen bleiben und genießen darfst. Viele Frauen sagen, dass genau diese Zeit sie ruhig gemacht hat.
Dann beginnen wir mit dem bequemsten Outfit und ganz einfachen Posen. Ich erkläre dir jede Pose, bevor wir sie fotografieren, und ich berühre dich nie, ohne vorher zu fragen. Nach ein paar Minuten zeige ich dir die ersten Bilder auf dem Display. Meistens ist das der Moment, in dem die Anspannung kippt und aus „Hoffentlich geht das gut“ ein „Oh, das bin ja ich“ wird.
Wenn die Nervosität einfach nicht gehen will
Manchmal bleibt das Herzklopfen etwas länger. Auch das ist in Ordnung. Ein paar Dinge helfen fast immer:
- Sag es laut. „Ich bin gerade wahnsinnig nervös“ ist ein Satz, der sofort Druck rausnimmt. Ich höre ihn oft, und er ist mir lieber als ein tapferes Lächeln.
- Atme bewusst aus. Lang ausatmen, länger als einatmen. Das klingt banal, beruhigt aber zuverlässig.
- Fang klein an. Wir können mit Porträts im Pullover beginnen und uns ganz langsam vorarbeiten. Es gibt keinen Zeitplan, den wir einhalten müssen.
- Mach eine Pause. Morgenmantel an, etwas trinken, kurz rausschauen. Ein Wort von dir genügt.
Und wenn du merkst, dass es heute einfach nicht passt, dann hören wir auf. Ohne Diskussion und ohne dass ich dich das spüren lasse. Wie es danach weitergeht, habe ich in meinem Artikel „Und wenn es nicht passt?“ ausführlich beschrieben. Kurz gesagt: Es gibt immer einen guten Weg, und keiner davon ist peinlich. Das steht so auch in meinem Kodex. Und wie weit du an diesem Tag gehst, bestimmst ohnehin allein du.
Deine kleine Liste für den Abend davor
- Outfits auf Bügeln in einer Kleiderhülle
- Schmuck, Strümpfe, Accessoires
- Lippenstift oder Lipgloss zum Nachlegen
- Haargummi und Haarbürste
- bequeme Kleidung für die Fahrt, ohne enge Bündchen
- Wasser für unterwegs
- dein Zettel mit dem „Warum“
Alles Weitere zu Outfits, Make-up und Styling findest du in meinem Artikel über die Vorbereitung und in dem Leitfaden, den du nach deiner Buchung von mir bekommst.
Das Herzklopfen gehört dazu
Die Stunden vor dem Shooting sind kein notwendiges Übel, das man irgendwie hinter sich bringen muss. Sie sind schon ein Teil davon. Du nimmst dir Zeit für dich, du bereitest dich auf etwas vor, das nur dir gehört, und du gehst ein kleines Wagnis ein. Genau das macht die Bilder später so besonders: Du siehst darauf nicht nur deinen Körper, sondern auch den Mut, mit dem du an diesem Tag ins Studio gekommen bist.
Wenn du noch Fragen hast, bevor du dich entscheidest, schreib mir einfach. Dann trinken wir erst einmal einen Kaffee und sprechen in Ruhe über alles – ganz ohne Herzklopfen.
Ich freue mich auf dich.
Leif Sundelius



