Vertrauen & Ablauf

Ein Glas Sekt – das hast du dir verdient

Am Ende jedes Shootings gibt es bei mir ein Glas Sekt. Das ist kein Gag und keine Verkaufsmasche, sondern einer meiner liebsten Momente: der, in dem eine Frau merkt, was sie gerade geschafft hat.

Leif Sundelius · 4 Min. Lesezeit

Am Ende jedes Shootings gibt es bei mir ein Glas Sekt.

Das ist kein Gag und keine Verkaufsmasche. Es ist einer meiner liebsten Momente im ganzen Ablauf: der, in dem die Anspannung weg ist, der Morgenmantel wieder über den Schultern liegt und eine Frau zum ersten Mal ein paar ihrer Bilder auf dem Display sieht. Meistens wird es dann still. Und dann kommt ein Lächeln, das ich in den Stunden davor so noch nicht gesehen habe.

Genau dafür steht das Glas. Nicht für Party. Sondern für einen Satz, den viele Frauen viel zu selten hören – und noch seltener zu sich selbst sagen: Das hast du dir verdient.

Du hast gerade etwas Mutiges getan

Ein Boudoir-Shooting ist kein Termin wie jeder andere. Vorher war die Entscheidung, sich überhaupt zu melden. Das Vorgespräch. Die Outfits auf dem Bett, der Abend davor, die Fahrt ins Studio und vielleicht der Gedanke, doch noch umzudrehen.

Und dann warst du da. Hast dich gezeigt – so viel oder so wenig, wie du wolltest. Hast Posen ausprobiert, über dich selbst gelacht, vielleicht kurz gezögert und trotzdem weitergemacht.

Das ist nicht selbstverständlich. Die meisten Menschen gehen ihr ganzes Leben lang jeder Kamera aus dem Weg, die näher als zwei Meter kommt. Du hast dich bewusst davorgestellt. Und das darf man feiern.

Warum wir uns so selten selbst feiern

Wir stoßen an, wenn jemand Geburtstag hat, heiratet, eine Prüfung besteht oder befördert wird. Wir feiern Kinder, Partner, Freundinnen und Kolleginnen. Aber uns selbst?

Viele Frauen erzählen mir, dass sie ihre eigenen Erfolge eher kleinreden. „War doch nichts Besonderes.“ „Das hätte jede geschafft.“ „Ich hab halt Glück gehabt.“ Wer so über sich spricht, spricht irgendwann auch so über den eigenen Körper: „Na ja, für mein Alter geht’s.“ „Wenn ich noch fünf Kilo weniger hätte …“

Ein Boudoir-Shooting ist für mich auch eine kleine Gegenbewegung dazu. Ein paar Stunden, in denen es nur um dich geht. In denen niemand etwas von dir will, außer dass du dich wohlfühlst. Und am Ende ein Moment, in dem wir ganz offiziell sagen: Das war großartig. Du warst großartig.

Sekt, alkoholfrei oder Tee – ganz wie du magst

Das Glas ist ein Symbol, kein Muss. Wer mit dem Auto gekommen ist, bekommt selbstverständlich alkoholfreien Sekt, und wer lieber einen Tee oder einfach ein Glas Wasser möchte, bekommt genau das. Es geht nicht darum, was im Glas ist. Es geht darum, dass wir kurz innehalten.

Übrigens: Vor dem Shooting gibt es bei mir keinen Sekt „zum Lockerwerden“. Du sollst dich auf deinen Bildern wiedererkennen, und dafür brauchst du keinen Schwips, sondern Zeit, Ruhe und jemanden, der dir jede Pose erklärt. Der Sekt gehört ans Ende – als Belohnung, nicht als Mutmacher.

Der erste Blick auf deine Bilder

Während wir anstoßen, zeige ich dir ein paar Lieblingsbilder auf dem Display. Noch unbearbeitet, noch nicht ausgewählt – aber schon mit dem Licht und der Stimmung, die du später in deiner Galerie wiederfinden wirst.

Dieser erste Blick ist oft der Moment, in dem sich etwas verschiebt. Viele Frauen sagen dann Dinge wie „Das bin ich?“ oder „So habe ich mich noch nie gesehen“. Manche lachen, manche werden still, und manche haben Tränen in den Augen. Alles davon ist richtig.

Ich nehme mir für diesen Teil bewusst Zeit. Es gibt keinen nächsten Termin, der schon vor der Tür wartet, und niemand drängt dich, dich schnell umzuziehen und zu gehen. Du darfst einfach sitzen bleiben, durchatmen und ankommen.

Was du mit nach Hause nimmst

Natürlich nimmst du am Ende vor allem deine Bilder mit. Innerhalb von drei Wochen bekommst du deine private Galerie und wählst in Ruhe aus.

Aber die meisten Frauen nehmen noch etwas anderes mit nach Hause. Ein Gefühl, das schwer zu beschreiben ist und das ich oft in Nachrichten nach dem Shooting lese: dass sie sich auf dem Heimweg anders gefühlt haben. Aufrechter. Leichter. Ein bisschen stolz.

Wenn du magst, nimm dieses Gefühl ernst. Erzähl jemandem davon, dem du vertraust. Geh danach noch schön essen, mit deiner besten Freundin, deinem Partner oder ganz allein. Mach aus dem Shooting einen ganzen Tag für dich. Du hast ihn dir verdient.

Ein kleines Ritual für zu Hause

Ein Gedanke zum Schluss: Wenn deine fertigen Bilder ankommen, schau sie dir nicht schnell nebenbei auf dem Handy an. Nimm dir einen ruhigen Abend, mach dir etwas Schönes zu trinken – Sekt, Tee, was immer du magst – und sieh sie dir in Ruhe an.

Und dann stoß noch einmal an. Auf die Frau auf diesen Bildern. Auf dich.

Ich freue mich auf dich.

Leif Sundelius

Leif Sundelius

Boudoir-Fotograf aus Laberweinting in Niederbayern. Ich fotografiere Frauen mit Ruhe, Respekt und viel Zeit – so, dass du dich auf deinen Bildern wiedererkennst.

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