Boudoir & Ästhetik

Jeans, Jute und Pampasgras: Warum Boudoir nicht immer Dessous braucht

Keine Spitze, kein Seidenkimono, kein Satin. Nur eine verwaschene Latzhose, ein alter Holzschemel und raue Jute im Hintergrund. Warum gerade solche Bilder oft die sinnlichsten sind – und warum sie mich direkt zu meinem Projekt „Heimat. Haut. Heu.“ führen.

Leif Sundelius · 4 Min. Lesezeit

Wenn du an Boudoir denkst, siehst du vielleicht Spitze, Seide und ein großes Bett vor dir. Das kann wunderschön sein. Aber manchmal entsteht das stärkste Bild aus ganz anderen Dingen: aus einer verwaschenen Latzhose, einem alten Holzschemel und einem Stück grober Jute an der Wand.

Genau so ein Bild möchte ich dir heute zeigen.

Was du auf dem Bild siehst

Eine junge Frau sitzt barfuß auf einem einfachen Holzschemel. Sie trägt eine Jeans-Latzhose, die Träger sind heruntergeklappt, die Schultern frei. Die Arme hat sie vor der Brust verschränkt, die Hände liegen locker auf den Schultern. Sie schaut direkt in die Kamera und lächelt, als hätte ich gerade etwas Lustiges gesagt. Wahrscheinlich hatte ich das auch.

Rundherum ist alles warm und erdig: ein Vorhang aus Jute, lose Fasern, die von oben herabhängen, Pampasgras in schlichten Glasvasen und ein Teppich aus Naturfaser. Nichts glänzt und nichts ist inszeniert perfekt. Gerade deshalb wirkt das Bild so ehrlich.

Sinnlich ist, wer sich wohlfühlt

Was dieses Bild sinnlich macht, ist nicht das, was fehlt, sondern das, was da ist: Leichtigkeit, Selbstbewusstsein und ein bisschen Frechheit im Blick. Die verschränkten Arme sind keine Abwehr, sondern Spiel. Die nackten Füße erzählen von einem Nachmittag, an dem man es sich bequem macht. Die freien Schultern reichen völlig aus.

Ich erlebe das bei vielen Shootings: Sobald du etwas trägst, in dem du dich wirklich wie du selbst fühlst, verändert sich deine Haltung. Du denkst nicht mehr darüber nach, wie du aussiehst, sondern bist einfach da. Und genau dieser Moment ist es, den ich fotografieren möchte.

Deshalb gilt bei mir: Du musst keine Dessous mitbringen. Deine Lieblingsjeans, ein weites Hemd, ein Strickpullover oder eben eine alte Latzhose können genauso Teil deines Shootings sein wie ein Body aus Spitze. Wie viel Haut du zeigst, entscheidest allein du.

Materialien, die etwas erzählen

Mir sind Oberflächen wichtig. Raue Jute neben glatter Haut, abgenutzter Denim neben weichem Licht, das helle, federleichte Pampasgras neben dem dunklen Holz des Schemels: Solche Kontraste machen ein Bild lebendig. Man möchte es fast anfassen.

Natürliche Materialien haben noch einen weiteren Vorteil: Sie lenken nicht ab. Sie bilden einen ruhigen, warmen Rahmen, in dem du die Hauptrolle spielst.

Von der Jute zum Heustadl: „Heimat. Haut. Heu.“

Als ich dieses Bild wieder angeschaut habe, musste ich sofort an mein Projekt „Heimat. Haut. Heu.“ denken. Dort geht es um genau diese Verbindung: Natur, Handwerk und Sinnlichkeit, nur noch ein Stück bodenständiger und noch ein Stück bayerischer.

Statt Jute und Pampasgras gibt es dort Heu, alte Holzbalken und Streiflicht, das durch die Ritzen eines Heustadls fällt. Statt Denim tragen die Frauen Leinen, Spitze und Trachtenelemente: ein Mieder von der Oma, eine offene Dirndlbluse, ein Leinenhemd. Die Idee ist dieselbe wie auf diesem Bild: Echte Materialien, echte Frauen, echtes Licht und eine Sinnlichkeit, die ganz selbstverständlich aus dem Moment entsteht.

Dieses Bild gehört nicht zum Projekt. Aber es zeigt sehr schön, wohin die Reise geht. Wenn dich diese erdige, warme Bildsprache anspricht, könnte „Heimat. Haut. Heu.“ genau das Richtige für dich sein. Ich suche dafür noch Frauen aus der Region, die Lust haben, Tradition und Sinnlichkeit auf ihre eigene Art zu verbinden. Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2027.

Und für dein eigenes Shooting?

Du musst nicht Teil eines Projekts sein, um so ein Bild von dir zu bekommen. Wenn du dir ein Boudoir-Shooting wünschst, das natürlich, warm und ein bisschen verspielt ist, dann erzähl mir davon. Bring mit, was du liebst: deine Lieblingsjeans, ein Kleidungsstück mit Geschichte, vielleicht sogar etwas, das nach Heimat riecht. Den Rest finden wir gemeinsam heraus.

Ich freue mich auf dich.

Leif Sundelius

Leif Sundelius

Boudoir-Fotograf aus Laberweinting in Niederbayern. Ich fotografiere Frauen mit Ruhe, Respekt und viel Zeit – so, dass du dich auf deinen Bildern wiedererkennst.

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