Boudoir & Ästhetik

Echt bleiben: Wie ich deine Bilder bearbeite – und warum so wenig

Eine der häufigsten Fragen im Vorgespräch: „Wie stark bearbeitest du die Bilder?“ Meine ehrliche Antwort: so wenig wie möglich – und genau so viel, dass du dich in deinem schönsten Licht wiedererkennst.

Leif Sundelius · 4 Min. Lesezeit

Eine der häufigsten Fragen im Vorgespräch ist diese: „Wie stark bearbeitest du die Bilder eigentlich?“

Manchmal steckt dahinter die Hoffnung, dass ich „noch ein bisschen was wegmache“. Viel öfter steckt dahinter aber eine Sorge: Erkenne ich mich hinterher überhaupt noch? Fast jede kennt Bilder, auf denen Menschen aussehen wie aus Porzellan – makellos, glatt und seltsam fremd.

Meine ehrliche Antwort: Ich bearbeite so wenig wie möglich. Und genau so viel, dass du dich auf deinen Bildern in deinem schönsten Licht wiedererkennst. Nicht als jemand anderes. Als du.

Die wichtigste Bearbeitung passiert vor dem Auslösen

Gute Bilder entstehen nicht am Computer, sondern im Studio. Das meiste von dem, was andere später mit Weichzeichner und Verflüssigen-Werkzeug versuchen, erledigen bei mir Licht, Haltung und Perspektive.

Weiches, seitliches Licht modelliert den Körper und lässt die Haut schimmern, ohne jede Pore wegzuretuschieren. Eine leicht gedrehte Schulter, ein angewinkeltes Bein oder ein Blick über die Schulter verändern eine Silhouette stärker, als es jede nachträgliche Bearbeitung könnte – und zwar ehrlich. Ich zeige dir beim Shooting jede Pose, bevor wir sie fotografieren, und schaue mit dir gemeinsam auf das Display. So entstehen Bilder, die schon im Moment des Auslösens stimmen.

Dazu kommt meine Kamera. Ich fotografiere viele Shootings mit einer Mittelformatkamera. Sie hält feinste Farbübergänge und Hautnuancen fest – genau das, was Bilder lebendig macht und was ich in der Bearbeitung nicht zerstören, sondern bewahren möchte.

Was ich bearbeite

Natürlich bekommst du keine unbearbeiteten Rohdaten. Jedes Bild, das du auswählst, geht durch meine Hände – sorgfältig und einzeln, nicht im Schnellverfahren.

Licht und Farbe. Ich gebe deinen Bildern die warme, ruhige Bildsprache, die du aus meinem Portfolio kennst: weiche Kontraste, tiefe Schatten, Hauttöne, die nach Haut aussehen. Das ist mein Stil, und genau dafür buchst du mich.

Bildausschnitt und Feinschliff. Ein minimal besserer Zuschnitt, ein gerader Horizont, ein störender Fleck an der Wand, ein Kabel am Bildrand – solche Dinge räume ich auf.

Was nur vorübergehend ist. Ein Pickel, ein Abdruck vom BH-Träger oder vom Socken, ein blauer Fleck, eine gerötete Stelle vom Rasieren, ein Härchen, das quer über die Wange liegt: All das gehört nicht zu dir, sondern nur zu diesem einen Tag. Das entferne ich.

Ganz leicht ausgleichen. Wo das Licht etwas zu hart war, beruhige ich Schatten unter den Augen oder eine unruhige Hautstelle – so dezent, dass die Struktur der Haut erhalten bleibt.

Was ich nicht bearbeite

Deine Körperform. Ich mache keine Taille schmaler, keine Oberschenkel dünner und keine Brust größer. Nicht, weil ich es nicht könnte, sondern weil ich es nicht will. Ein Bild, auf dem du anders aussiehst als im Spiegel, zeigt nicht dich – und es hilft dir auch nicht, dich selbst schöner zu finden. Eher im Gegenteil.

Deine Haut. Keine Plastikhaut, kein Weichzeichner über das ganze Gesicht. Poren, feine Härchen, Sommersprossen, Lachfältchen – das ist Leben, und das darf man sehen. Haut, die nach Haut aussieht, ist um ein Vielfaches schöner als jede perfekte Oberfläche.

Was zu deiner Geschichte gehört. Dehnungsstreifen, Narben, Tattoos, Muttermale, die Spuren einer Schwangerschaft: Sie bleiben. Sie sind keine Makel, sondern Teil dessen, was dich ausmacht. Wenn dich etwas davon sehr beschäftigt, sprich mich im Vorgespräch an. Dann sage ich dir ehrlich, was ich für dich tun kann – zum Beispiel mit Licht, Pose oder Bildausschnitt.

Künstliche Intelligenz. Ich verwende keine KI, um Gesichter, Körper oder ganze Bildteile neu zu erfinden. Was du auf deinen Bildern siehst, ist beim Shooting wirklich so passiert.

Warum ich so arbeite

Weil ich möchte, dass du deine Bilder in zehn Jahren noch anschaust und denkst: Das war ich. Genau so.

Viele Frauen erzählen mir nach dem Shooting, dass sie sich auf meinen Bildern zum ersten Mal wirklich schön gefunden haben – nicht obwohl sie sich wiedererkennen, sondern gerade deshalb. Ein stark retuschiertes Bild kann im ersten Moment beeindrucken. Aber es sagt dir leise: So, wie du bist, reicht es nicht. Ein ehrliches Bild in schönem Licht sagt das Gegenteil.

Genau das meine ich mit meinem Claim. Real steht an erster Stelle – nicht zufällig.

Und wenn dir doch etwas auffällt?

Etwa zwei bis drei Wochen nach dem Shooting bekommst du deine private, passwortgeschützte Galerie und wählst in Ruhe aus. Wenn dir an einem fertig bearbeiteten Bild noch ein vorübergehendes Detail auffällt, das ich übersehen habe – ein Fussel auf dem Stoff, ein Abdruck, ein Pickel –, sag es mir einfach. Das korrigiere ich gern.

Und falls du vorab sehen möchtest, wie meine Bearbeitung aussieht: Schau dir in Ruhe mein Portfolio an. Wenn dir diese Bilder gefallen, wirst du auch deine eigenen lieben – weil sie genauso entstehen.

Ich freue mich auf dich.

Leif Sundelius

Leif Sundelius

Boudoir-Fotograf aus Laberweinting in Niederbayern. Ich fotografiere Frauen mit Ruhe, Respekt und viel Zeit – so, dass du dich auf deinen Bildern wiedererkennst.

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