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TFP-Shooting mit Vertrag: Warum ich nie ohne arbeite – und was drinsteht

„Hast du Lust auf ein TFP-Shooting?“ – diese Frage bekomme ich oft, und ich stelle sie auch selbst gern. Denn einige meiner liebsten Bilder sind in freien Projekten entstanden: mit Models, die eine Idee mitgebracht haben, mit Make-up-Artists, die etwas ausprobieren wollten, oder einfach, weil das Licht an einem Nachmittag zu schön war, um es ungenutzt zu lassen.

Aber: Ein TFP-Shooting ohne Vertrag mache ich nicht. Nie. Und in diesem Artikel erkläre ich dir, warum – und was in meiner TFP-Vereinbarung steht. Am Ende kannst du sie dir als PDF herunterladen, auf Deutsch und Englisch.

Was bedeutet TFP eigentlich?

TFP steht für Time for Prints (manchmal auch „Time for Pictures“). Die Idee ist einfach: Niemand bezahlt den anderen. Du als Model bringst deine Zeit und deine Ausstrahlung mit, ich meine Erfahrung, mein Studio, meine Technik und die Bildbearbeitung. Am Ende bekommen wir beide etwas, das uns weiterbringt: du neue Bilder für dein Portfolio, ich neue Arbeiten für meines.

Klingt fair – und ist es auch. Solange beide dasselbe darunter verstehen.

Warum ein Vertrag, wenn kein Geld fließt?

Weil es bei TFP nicht um Geld geht, sondern um etwas viel Wertvolleres: um Bilder von dir. Und bei Boudoir- und Aktfotografie um sehr persönliche Bilder.

Ohne klare Absprache bleiben Fragen offen, die später unangenehm werden können:

  • Wie viele Bilder bekommst du – und wann?
  • Wo darf ich die Bilder zeigen? Auf meiner Website? Auf Instagram? In einem Wettbewerb?
  • Darfst du die Bilder bearbeiten oder mit einem Filter posten?
  • Was passiert, wenn du in zwei Jahren nicht mehr möchtest, dass ein Bild online ist?

Ein Vertrag beantwortet all das, bevor die Kamera ins Spiel kommt. Er schützt nicht nur mich, sondern vor allem dich. Und er sorgt dafür, dass wir uns beim Shooting ganz auf das Wesentliche konzentrieren können.

Meine TFP-Vereinbarung – Punkt für Punkt

Wer macht mit – und was wird fotografiert?

Am Anfang stehen die Namen: du, ich und – falls dabei – weitere Beteiligte wie eine Visagistin. Dann halten wir fest, wann und wo das Shooting stattfindet, welches Thema wir umsetzen und welche Outfits du mitbringst.

Besonders wichtig ist mir die Stilrichtung. Du kreuzt selbst an, worauf du dich einlässt: Porträt, Boudoir mit Dessous, verdeckter Akt, Teilakt oder Akt. Darunter ist Platz für deine persönlichen Grenzen und Tabus – zum Beispiel, dass dein Gesicht nicht zu sehen sein soll oder ein Tattoo nicht fotografiert wird. Was dort steht, gilt.

Nur mit dir ab 18

Ich arbeite ausschließlich mit volljährigen Menschen. Vor dem Shooting zeigst du mir kurz deinen Ausweis. Ich schaue auf Namen und Geburtsdatum – eine Kopie mache ich nicht.

Freiwilligkeit, Respekt, Sicherheit

Dieser Teil ist das Herz der Vereinbarung:

  • Du kannst jederzeit eine Pose ablehnen, eine Pause machen oder das Shooting beenden. Ohne Begründung, ohne Nachteile.
  • Ich erkläre oder zeige jede Pose vorher. Ich berühre dich nie, ohne zu fragen.
  • Du ziehst dich in einem abschließbaren Raum um.
  • Du darfst eine Begleitperson mitbringen. Und auf Wunsch ist meine Frau die ganze Zeit dabei.
  • Behind-the-scenes-Fotos gibt es nur, wenn du das ausdrücklich ankreuzt.

Bildauswahl und Lieferung

Ich treffe eine Vorauswahl und bearbeite die Bilder in meinem Stil. Du darfst daraus Favoriten wählen. Wie viele Bilder du mindestens bekommst und bis wann, tragen wir gemeinsam ein. Die Bilder erhältst du in hoher Auflösung über eine passwortgeschützte Online-Galerie.

Unbearbeitete RAW-Dateien und aussortierte Bilder gebe ich nicht heraus – und veröffentliche sie auch selbst nie.

Dein Vetorecht: Bevor ich irgendein Bild veröffentliche, siehst du es. Innerhalb von 14 Tagen kannst du einzelne Bilder ohne Begründung sperren. Was du nicht freigibst, zeige ich nicht.

Wo ich die Bilder zeigen darf – du entscheidest

Statt einer pauschalen Erlaubnis gibt es eine Liste zum Ankreuzen. Für jeden Kanal sagst du einzeln Ja oder Nein:

  • meine Website (Portfolio und Blog)
  • eine Photostory auf meiner Website
  • der passwortgeschützte 18+-Bereich (nur bei Teilakt und Akt)
  • Instagram und andere soziale Medien
  • Foto-Communities wie 500px
  • Wettbewerbe und Ausstellungen
  • gedrucktes Portfolio und Fotobuch

Du entscheidest außerdem, ob du mit vollem Namen, nur mit Vornamen, mit Künstlernamen oder gar nicht genannt wirst.

Ausgeschlossen ist ohne gesonderte, bezahlte Vereinbarung: Verkauf der Bilder, Stockfotos, Werbung für andere Firmen. Und ganz klar: Deine Bilder werden nicht zum Training von KI verwendet und nie auf pornografischen Seiten veröffentlicht.

Was du mit den Bildern machen darfst

Du darfst die Bilder für dich privat und für deine Arbeit als Model nutzen – für deine Sedcard, dein Portfolio, deine Social-Media-Kanäle und Model-Plattformen. Ich bitte dich nur um drei Dinge:

  1. Nenne mich als Fotografen („Foto: Leif Sundelius“) und markiere mich in sozialen Medien.
  2. Schneide die Bilder bei Bedarf fürs Format zu, aber verändere sie nicht mit Filtern oder Retusche. Die Bearbeitung ist Teil meiner Handschrift.
  3. Frag mich vorher, wenn du die Bilder kommerziell nutzen möchtest, etwa auf Bezahlplattformen.

Du kannst deine Meinung ändern

Das Leben verändert sich – ein neuer Job, eine neue Beziehung, ein anderes Gefühl zu einem Bild. Deshalb kannst du deine Einwilligung zur Veröffentlichung widerrufen:

  • bei verdecktem Akt, Teilakt und Akt jederzeit, ohne Begründung,
  • bei allen anderen Bildern, wenn es einen wichtigen Grund gibt.

Eine kurze E-Mail genügt. Innerhalb von 14 Tagen nehme ich die Bilder von meiner Website und meinen Kanälen. Nur was schon gedruckt ist, kann ich nicht mehr zurückholen.

Kosten, Absagen, Datenschutz

Bei TFP trägt jeder seine eigenen Kosten, etwa für die Anreise. Ich stelle Studio, Technik und Bearbeitung. Wenn etwas dazwischenkommt, sagen wir uns so früh wie möglich Bescheid – spätestens 48 Stunden vorher, außer bei Krankheit oder Notfall.

Deine Daten behandle ich vertraulich. Deine Adresse, dein Geburtsdatum und deine Kontaktdaten werden niemals veröffentlicht. Nicht ausgewählte Bilder bleiben unter Verschluss und werden nach einer vereinbarten Zeit gelöscht – auf Wunsch auch früher.

Zweisprachig, weil gute Bilder keine Grenzen kennen

Ich arbeite gern mit Models aus aller Welt. Deshalb ist meine Vereinbarung zweisprachig: Deutsch und Englisch stehen direkt nebeneinander, Absatz für Absatz. So weiß jede und jeder genau, was unterschrieben wird.

TFP-Vereinbarung als PDF herunterladen (Deutsch/Englisch)

Du kannst sie dir in Ruhe durchlesen, bevor wir uns treffen. Ausgefüllt und unterschrieben wird sie gemeinsam beim Vorgespräch oder vor dem Shooting – jede Seite bekommt ein Exemplar.

Lust auf ein gemeinsames Projekt?

Du bist Model, Make-up-Artist oder hast eine Idee, die nach Licht und Linien verlangt? Dann schreib mir. Wir sprechen in Ruhe über dein Konzept, deine Wünsche und deine Grenzen – und wenn es passt, machen wir etwas Schönes daraus.

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