Vertrauen & Ablauf

Bring jemanden mit: Warum deine Begleitperson bei mir immer willkommen ist

Kurz bevor ein Shooting gebucht wird, kommt sie fast immer, manchmal ganz vorsichtig formuliert: „Darf ich eigentlich jemanden mitbringen?“ Meine Antwort ist immer dieselbe: Ja. Sehr gern. Du musst dafür nichts begründen und …

Leif Sundelius · 6 Min. Lesezeit

Kurz bevor ein Shooting gebucht wird, kommt sie fast immer, manchmal ganz vorsichtig formuliert: „Darf ich eigentlich jemanden mitbringen?“

Meine Antwort ist immer dieselbe: Ja. Sehr gern. Du musst dafür nichts begründen und dich nicht rechtfertigen. Eine Begleitperson ist bei mir kein Zeichen von Misstrauen, sondern etwas völlig Normales – und oft sogar eine richtig gute Idee.

In diesem Artikel erzähle ich dir, warum das so ist, wen du am besten mitbringst und warum ich dich trotzdem um eine Sache bitte: Deine Begleitperson darf dabei sein – aber während wir fotografieren, gehört die Bühne dir allein.

Warum ich mich über deine Begleitperson freue

Weil du dich sicher fühlen sollst. Du kommst in ein Studio, das du nicht kennst, zu einem Fotografen, den du vielleicht nur aus einem Vorgespräch und von seiner Website kennst – und dann ziehst du dich auch noch um. Dass da ein mulmiges Gefühl mitfährt, ist völlig verständlich. Ich bin ein Mann, und ich weiß, dass Vertrauen hier nicht selbstverständlich ist, sondern verdient werden muss. Ein vertrauter Mensch im Raum nimmt einen großen Teil dieser Anspannung weg, noch bevor wir überhaupt anfangen.

Weil Vertrauen nichts zu verbergen hat. Ich arbeite nach klaren Regeln: Du siehst jede Aufnahme, du bestimmst jede Grenze, und ich fasse dich beim Shooting nicht an. Daran ändert sich nichts, ob jemand zuschaut oder nicht. Gerade deshalb habe ich nichts dagegen, wenn jemand dabei ist – im Gegenteil. Transparenz ist für mich die Grundlage jedes guten Shootings.

Weil die Zeit davor und danach schöner wird. Gemeinsam anreisen, gemeinsam nervös sein, gemeinsam lachen: Ein Shooting mit einer Freundin an der Seite fühlt sich oft weniger wie ein Termin und mehr wie ein kleines Erlebnis an. Und wenn wir am Ende zusammen die ersten Bilder ansehen, ist es schön, wenn jemand dabei ist, der dich kennt – und der vielleicht genauso überrascht ist wie du.

Weil eine zweite Hand hilft. Ein Träger, der verrutscht ist, ein Haar, das quer liegt, ein Reißverschluss im Rücken, das nächste Outfit, das schon bereitliegen soll: Deine Begleitperson kann dir beim Umziehen helfen und dir genau die kleinen Dinge abnehmen, bei denen du vielleicht lieber nicht mich fragen möchtest.

Wer sich als Begleitperson gut eignet

Die einfache Antwort: ein Mensch, bei dem du ganz du selbst sein kannst. Das ist oft die beste Freundin, die Schwester oder die Partnerin oder der Partner. Wichtig ist nicht, wie nah ihr euch steht, sondern wie du dich in ihrer Gegenwart fühlst.

Frag dich vorher ehrlich:

  • Fühle ich mich in der Nähe dieser Person entspannt – auch in Unterwäsche?
  • Kann sie sich zurücknehmen, wenn es um mich geht?
  • Freut sie sich für mich, ohne zu bewerten?

Wenn du alle drei Fragen mit Ja beantwortest, hast du die perfekte Begleitung gefunden. Wenn du bei einer zögerst, ist das auch in Ordnung – dann bringst du vielleicht lieber jemand anderen mit, oder du kommst allein. Viele Frauen, die zuerst nicht allein kommen wollten, sagen mir hinterher, dass es auch ohne Begleitung gegangen wäre. Aber das musst du nicht vorher wissen. Du entscheidest, was sich für dich richtig anfühlt.

Warum deine Begleitperson im Hintergrund bleiben sollte

Und jetzt kommt der Teil, um den ich jede Begleitperson freundlich, aber bestimmt bitte: Während wir fotografieren, bleibt sie im Hintergrund. Das hat nichts mit Misstrauen oder Regeln um der Regeln willen zu tun. Es geht ausschließlich um dich und um deine Bilder.

Ein Shooting ist ein Gespräch zwischen dir und der Kamera. Die besten Bilder entstehen in den Momenten, in denen du vergisst, dass du fotografiert wirst – wenn dein Blick weich wird, dein Körper loslässt und du einfach bei dir bist. Diese Momente sind zerbrechlich. Jeder Blick hinüber zur Freundin, jedes kurze „Und, wie sieht das aus?“, holt dich aus diesem Zustand heraus. Und das sieht man auf den Bildern.

Ein Publikum verändert, wie du dich bewegst. Sobald wir uns beobachtet fühlen, fangen wir an, für die Zuschauer zu spielen – wir lachen ein bisschen zu laut, wir posieren ein bisschen zu viel oder wir machen uns kleiner, als wir sind. Das ist menschlich. Aber ein Boudoir-Shooting soll zeigen, wer du bist, nicht wie du auf andere wirken möchtest.

Gut gemeinte Kommentare können viel zerstören. „Zieh mal den Bauch ein.“ „Mach doch mal so wie auf Instagram.“ „Das Bein sieht komisch aus.“ Solche Sätze sind fast immer liebevoll gemeint – und treffen trotzdem genau die Stellen, an denen du ohnehin unsicher bist. Ich führe dich durch jede Pose, ich zeige dir die Bilder auf dem Display, und ich sage dir ehrlich, was gut aussieht. Eine zweite Stimme mit Anweisungen verunsichert dich mehr, als dass sie hilft.

Ich brauche deine volle Aufmerksamkeit – und du meine. Ich achte während des Shootings auf sehr viele Dinge gleichzeitig: auf das Licht, auf deine Haltung, auf deine Hände, auf deinen Blick – und vor allem darauf, wie es dir geht. Je ruhiger es im Raum ist, desto besser kann ich bei dir sein.

So sieht das ganz praktisch aus

Deine Begleitperson bekommt bei mir einen gemütlichen Platz, von dem aus sie dabei sein kann, ohne mitten im Geschehen zu sitzen. Sie darf zusehen, sie darf eine Tasse Kaffee trinken, sie darf einfach da sein. Ein paar kleine Bitten habe ich an sie:

  • Leise sein, während wir fotografieren. In den Pausen und beim Outfitwechsel darf natürlich geredet und gelacht werden.
  • Keine Anweisungen und keine Bewertungen. Ermutigung ist schön – ein Lächeln oder ein Daumen hoch reicht völlig.
  • Das Handy bleibt in der Tasche. Keine Fotos, keine Videos, keine Sprachnachricht „an die anderen“. Deine Privatsphäre steht über allem – auch gegenüber deinen Liebsten.
  • Den Platz wechseln, wenn du es möchtest. Wenn du merkst, dass du dich ohne Zuschauer freier fühlst, sag es einfach. Dann wartet deine Begleitperson für einen Teil des Shootings im Nebenraum oder geht kurz an die frische Luft. Das ist kein Drama, sondern völlig normal – und es ist deine Entscheidung, nicht ihre und nicht meine.

Und ganz ehrlich: Für die meisten Begleitpersonen ist genau das das Schönste. Sie dürfen dabei sein, ohne Verantwortung zu tragen – und sehen zu, wie du von Minute zu Minute mehr bei dir ankommst.

Und am Ende? Feiert ihr zusammen.

Wenn das Shooting vorbei ist und wir die ersten Bilder gemeinsam ansehen, darf deine Begleitperson wieder ganz nah dabei sein. Das ist oft einer der schönsten Momente des ganzen Tages: zu sehen, wie jemand, der dich gut kennt, dich plötzlich mit ganz neuen Augen sieht.

Und wenn du magst, stoßt ihr danach gemeinsam an. Das habt ihr euch beide verdient.

Erzähl mir am besten schon im Vorgespräch, ob und mit wem du kommst. Dann kann ich alles so vorbereiten, dass ihr euch beide von Anfang an wohlfühlt.

Ich freue mich auf dich.

Leif Sundelius

Leif Sundelius

Boudoir-Fotograf aus Laberweinting in Niederbayern. Ich fotografiere Frauen mit Ruhe, Respekt und viel Zeit – so, dass du dich auf deinen Bildern wiedererkennst.

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