Projekte

Stark. Echt. Du. – Ein Boudoir-Projekt für Menschen nach einer Krebsdiagnose

Eine Krebsdiagnose verändert den Blick auf den eigenen Körper. Mit „Stark. Echt. Du.“ schenke ich jedes Jahr einigen Menschen nach einer Krebsdiagnose ein Boudoir-Shooting – ruhig, respektvoll und so, wie sie sich heute zeigen möchten.

Leif Sundelius · 5 Min. Lesezeit

Eine Krebsdiagnose verändert vieles. Den Alltag, die Pläne, die Sicherheit. Und oft auch den Blick auf den eigenen Körper.

Viele, die eine Therapie hinter sich haben oder mit der Erkrankung leben, erzählen, dass sie ihren Körper eine Zeit lang vor allem als etwas erlebt haben, das untersucht, behandelt, operiert und vermessen wird. Ein Körper, über den andere sprechen. Ein Körper, der funktionieren musste.

Dabei hat genau dieser Körper Unglaubliches geleistet.

Mit dem Projekt „Stark. Echt. Du.“ möchte ich einigen Menschen einen Tag schenken, an dem es nur um sie geht – und um ihren Körper, so wie er heute ist.

Worum es geht

Einmal im Jahr verschenke ich eine kleine Zahl an Boudoir-Shootings an Menschen nach einer Krebsdiagnose. Egal, welche Krebsart. Egal, ob die Therapie Jahre zurückliegt, gerade abgeschlossen ist oder ob du mit der Erkrankung lebst.

Das Shooting ist für dich kostenlos. Es ist kein Rabatt, kein Lockangebot und kein Einstieg in ein teureres Paket. Du bekommst ein ruhiges Vorgespräch, ein Shooting in meinem Studio, eine Auswahl fertig bearbeiteter Bilder und einen hochwertigen Print. Mehr musst du nicht tun, als zu kommen.

Warum ich das mache

Mein Claim lautet Real. Sensual. Unapologetically You. – und das erste Wort steht dort nicht zufällig. Ich fotografiere Menschen so, wie sie sind. Ich bearbeite dezent, ich verändere keine Körperformen, und Narben, Dehnungsstreifen oder Tattoos bleiben, wenn du sie zeigen möchtest.

Für viele Menschen nach einer Krebserkrankung ist genau das der Punkt, an dem es schwer wird. Eine Narbe dort, wo früher keine war. Ein Port unter dem Schlüsselbein. Haare, die anders zurückkommen, als sie gegangen sind. Eine Brust, die fehlt oder sich verändert hat. Ein Körper, der sich fremd anfühlt.

Ich kann daran nichts ändern. Aber ich kann dir einen geschützten Raum geben, in dem du deinen Körper vielleicht zum ersten Mal seit Langem wieder mit anderen Augen sehen darfst: stark, weich, lebendig. Nicht trotz allem, sondern einfach so, wie du heute bist.

Was du zeigst, bestimmst du

Ein Boudoir-Shooting nach einer Krebsdiagnose muss nichts beweisen. Du musst nicht „mutig“ sein, und du musst nichts zeigen, was du nicht zeigen möchtest.

  • Narben dürfen sichtbar sein – müssen aber nicht. Mit Licht, Pose und Stoff können wir zeigen oder verhüllen, ganz wie du möchtest.
  • Mit oder ohne Haare, mit oder ohne Perücke, mit oder ohne Prothese. Alles ist richtig.
  • Du erzählst mir nur, was du erzählen möchtest. Ich frage nicht nach Diagnosen, Befunden oder Therapien. Wenn du mir etwas sagen willst, höre ich zu.
  • Wie bei jedem Shooting gilt mein Kodex: Du siehst jede Aufnahme, du bestimmst jede Grenze, und ich fasse dich nicht an.

So läuft das Shooting ab

Das Shooting folgt meinem gewohnten Ablauf – nur mit noch mehr Zeit und noch mehr Rücksicht.

  1. Vorgespräch: Wir lernen uns in Ruhe kennen, gern mit deiner Begleitperson. Wir klären, worauf du dich freust, was dir Sorgen macht und wie viel Kraft du an dem Tag mitbringst.
  2. Shooting: in meinem warmen, privaten Studio in Hofkirchen bei Laberweinting. Kürzer als sonst, wenn du das brauchst, mit Pausen, so oft du willst. Ich zeige dir jede Pose, bevor wir sie fotografieren.
  3. Deine Bilder: Du wählst in Ruhe in deiner privaten Galerie aus. Ich bearbeite so, wie ich es immer tue: Vorübergehendes verschwindet, du bleibst du.

Und weil eine Therapie keinen Kalender kennt: Termine lassen sich jederzeit kostenlos verschieben – auch kurzfristig, auch am Tag selbst. Wenn es dir nicht gut geht, finden wir einen neuen Tag. Ohne Erklärung.

Eine Begleitperson ist bei mir immer herzlich willkommen. Gerade bei diesem Projekt ermutige ich dich ausdrücklich, jemanden mitzubringen, bei dem du dich sicher fühlst.

Deine Bilder gehören dir

Die Bilder entstehen für dich – nicht für meine Website und nicht für mein Marketing.

Ob ein Bild jemals öffentlich gezeigt wird, entscheidest allein du, und zwar getrennt vom Shooting. Wenn du möchtest, dass deine Bilder anderen Mut machen, freue ich mich sehr darüber. Wenn nicht, ist das Projekt für dich genauso vollständig. Deine Zustimmung kannst du jederzeit widerrufen.

Alles, was du mir über deine Gesundheit erzählst, behandle ich vertraulich und notiere nur, was für das Shooting wirklich wichtig ist.

So kannst du teilnehmen

Weil ich jedem Shooting die Zeit geben möchte, die es verdient, ist die Zahl der Plätze begrenzt. In dieser ersten Runde verschenke ich sechs Shootings.

  • Anmeldung: bis zum 28. Februar 2027 über das Formular auf der Projektseite, das am 4. Februar 2027 öffnet. Name und Kontakt reichen. Du musst keine Geschichte erzählen und nichts begründen.
  • Vergabe: Die Plätze werden verlost. Nicht die bewegendste Geschichte gewinnt, sondern das Los. Niemand soll mit seinem Weg um einen Platz konkurrieren müssen.
  • Shootings: zwischen März und Juni 2027, Termine nach Absprache.

Du kannst dich auch für jemand anderen melden – für deine Schwester, deine Freundin, deine Mutter. Bitte sprich vorher mit ihr. Ein solches Geschenk sollte nie eine Überraschung sein.

Wenn du gerade mehr brauchst als Bilder

Ein Shooting ersetzt keine Begleitung. Wenn dich die Erkrankung gerade sehr beschäftigt, sind psychosoziale Krebsberatungsstellen eine gute Anlaufstelle – in Bayern zum Beispiel die der Bayerischen Krebsgesellschaft. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich, auch für Angehörige.


Ich weiß, dass es Überwindung kostet, sich für so etwas zu melden. Vielleicht liest du diesen Text und denkst: Irgendwann vielleicht. Noch nicht jetzt. Das ist in Ordnung. Das Projekt wird es wieder geben.

Und wenn du denkst: Doch. Jetzt. – dann schreib mir.

Ich freue mich auf dich.

Leif Sundelius

Leif Sundelius

Boudoir-Fotograf aus Laberweinting in Niederbayern. Ich fotografiere Frauen mit Ruhe, Respekt und viel Zeit – so, dass du dich auf deinen Bildern wiedererkennst.

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